Was ist ein Herrgottswinkel ?

24. April, 2014DekorationKein Kommentar

Die Gestaltung eines Herrgottswinkels

Der Herrgottswinkel ist ein Platz in der Wohnstube einer katholischen Familie, an dem sich zwei Wände vereinigen.
Dieser Platz ist geschmückt mit einem Kreuz, das unter der Decke angebracht wird. Hinzu kommen Glaubensbilder, auf denen Schutzheilige abgebildet sind. Unter dem Kreuz befindet sich ein kleines Podest auf dem meistens die Bibel, das Gesang- und das Gebetbuch liegen. Oft ist es auch mit Blumen dekoriert. Der häufig über einer Eckbank befindliche Herrgottswinkel ist für viele Gläubige wie ein kleiner Altar. Überall in Europa hat dieser religöse Platz bei katholischen Familien seinen Platz gefunden. Oftmals hängt dort ein uraltes Kreuz, an dem sich Efeu rankt. Solche Kreuze wurden schon über viele Generationen vererbt. Am Palmsonntag werden Weidenruten in die Kirche gebracht und dort geweiht. Die geweihten Ruten schmücken dann das Kreuz ein ganzes Jahr lang.
Zur Mariä Himmelfahrt wird das Kreuz mit einem Kräuterstrauß geschmückt. Bei manchen katholischen Familien befinden sich im Herrgottswinkel auch Fotos oder besondere Andenken von verstorbenen Angehörigen. In einigen Regionen wird eine Taube, die sich in einer gläsernen Kugel befindet, aufgehängt und symbolisiert den Heiligen Geist.

Die Bedeutung des Herrgottswinkels

Vor dem Herrgottswinkel, bei dem sich die Katholiken auf ihren Herrn besinnen, wird gebetet und erfolgt die Segnung des täglichen Brotes. Oft wird auch eine Bitte an Gott gerichtet. Vor allem bei schweren Schicksalsschlägen, bietet dieser kleine Platz für die Gläubigen Hoffnung und Trost.
In manchen Ländern findet man auch statt des Kreuzes die Heilige Maria mit Jesus im Arm.
Gott, Maria und die Heiligen bieten Schutz für die Gesundheit der Bewohner des Hauses und Ihren Tieren. Sie beschützen das Haus und den Hof und deren Bewohner vor Unheil. Deshalb ist der Herrgottswinkel eine reine, anmutige, ausstrahlungsstarke Schmuckecke, auf die ihre Besitzer stolz sind.

Die Konfirmation – Mehr als nur erwachsen werden

8. April, 2014KonfirmationKein Kommentar

Wahrscheinlich stellt sich jeder Mensch irgendwann im Leben einmal die Frage, ob er den Weg des Christentums beschreiten möchte oder nicht. Oft wird dieser Weg in der Jugend durch Erziehung vorbestimmt. Die Taufe findet meistens ohne direkte Einflussnahme des Kindes statt. Später dann, in den Jahren vor der Konfirmation fällt die Entscheidung, ob sich der Glaube festigt. Als Konfirmand hat ein junger Mensch dann das erste mal aktiv Einfluss auf die Gestaltung des weiteren Lebensweges. Spätestens dann sind einige Dinge über die Bedeutung der Konfirmation interessant.

Etwa 250.000 Konfirmanden bestätigen jedes Jahr in Deutschland mit dem Fest der Konfirmation ihren Glauben. Sie sagen damit „Ja“ zu Gott und zum christlichen Glauben. Wie im lateinischen Wort für „confirmare“, bestärkt und festigt der Konfirmand seinen Bezug zur evangelischen, christlichen Kirche. Mit der Durchführung der Konfirmation erlangt der Konfirmand die Erlaubnis zur Teilnahme am Abendmahl und darf an allen Entscheidungen seiner Kirchgemeinde teilhaben. nach dem Ritus ist jeder Konfirmand festes Bestandteil seiner Kirchgemeinde. Die Termine für die Konfirmation liegen traditionell um das Osterfest. Der Palmsonntag, also der Sonntag vor Ostern, oder der so genannte „weiße Sonntag“, der kurz nach der Auferstehung Christi begangen wird sind die geläufigsten Termine.

Im Vorfeld der Konfirmation sollten sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht grundsätzliches Wissen zu wichtigen Themen der Bibel und des Glaubens allgemein aneignen. Dazu gehören natürlich das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Ebenso erhält der Konfirmand Einblick in die Entstehungsgeschichte und biblischen Ritualen wie der Taufe und des Abendmahles. In manchen Kirchgemeinden steht zum Abschluss des Konfirmandenunterrichts eine kleine Abschlussprüfung auf dem Plan. Darauf wird allerdings heute häufig verzichtet, und die Jugendlichen stattdessen in einem Vorstellungsgottestdienst der Kirchgemeinde bekannt gemacht.

Die Konfirmation hat für die Konfirmanden noch eine weitere, wenn auch eher weltlich geprägte Bedeutung. Mit dem Eintritt in die Welt der sogenannten Erwachsenen wird an hochwertigen Geschenken seitens der Familie meist nicht gespart. Früher hatte das den Grund, dass sich mit dem Erwachsenwerden die Bedürfnisse änderten, die Jugendlichen Dinge für ihr weiteres Leben benötigten. Auch wenn die heutigen Konfirmanden mit der Bestätigung ihres Glaubens vor Gott noch nicht wirklich erwachsen sind, hat sich dieser Ritus erhalten.

Nicht nur für die Konfirmanden, sondern auch für die Kirche hat die Konfirmation ebenfalls eine große Bedeutung. Sie soll den Jugendlichen eine Orientierungshilfe auch dem weiteren Weg des Glaubens bieten. Die Kirche hat die Aufgabe, in allen kleralen Fragen zur Seite zu stehen sowie ihren Beitrag dafür leisten, dass die Jugendlichen auch nach dem Fest weiterhin einen integralen Bestandteil der Kirchgemeinde bilden.