Überblick über christliche Feste und Feiertage

2. Mai, 2014GeschenkeEin Kommentar


Heilige drei Könige

 Am 6. Januar eines jeden Jahres wird der Feiertag zu Ehren der heiligen drei Könige gefeiert. Dieser wird oftmals auch als Fest der Erscheinung des Herrn bzw. als Epiphanie bezeichnet. Er geht zurück auf den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar beim Neugeborenen Jesus Christus. Der Legende nach folgten sie dem Stern von Bethlehem, welcher ihnen den Weg zur Grippe zeigte. Sie kamen jedoch nicht ohne ein Geschenk mitzubringen. Weihrauch, Myrrhe und Gold brachten die Drei dem Sohn von Maria und Josef. Noch heute werden in den Kirchen oft Krippenspiele aufgeführt, welche dieses Ereignis nachstellen.


 

 Aschermittwoch

 Der Aschermittwoch, oder auch Tag der Asche, ist ein bedeutender Feiertag. Er ist stets 46 Tage vor Ostersonntag. Mit dem Aschermittwoch wird die 40 tägige Fastenzeit eingeleitet, welche bis Karsamstag anhält. Diese Zeit soll an Jesus erinnern, der 40 Tage fastend und betend in der Wüste verbrachte. Charakteristisch für den Gottesdienst am Aschermittwoch ist die Spendung des Aschenkreuzes in der Kirche. Die hierbei verwendete Asche stammt der Geschichte zu Folge vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres.

 


 

 Palmsonntag

 Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und folglich der letzte Sonntag vor Ostern. Gleichzeitig stellt er den Beginn der Karwoche, in der evangelischen Kirche auch „Stille Woche“ genannt, dar. Er geht auf den Einzug von Jesus in Jerusalem zurück. Dieser wurde von den Menschen mit Palmzweigen (Palmen galten als heilige Bäume) empfangen. Deswegen wird in der katholischen Kirche an diesem Tag eine Palmweihe sowie eine Palmprozession durchgeführt.

 


 

 Gründonnerstag

 Für den Gründonnerstag gibt es weitere Bezeichnungen, wie zum Beispiel „Weißer Donnerstag“ oder „Palmdonnerstag“. Er ist der fünfte Tag der Karwoche. Dieser Feiertag erinnert an das letzte Abendmahl, welches Jesus mit seinen Jüngern verbrachte. Der Gründonnerstag leitet das Osterfest, also das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi, ein. In der Heiligen Messe am Gründonnerstag läuten während dem Gloria noch einmal alle Glocken, verstummen danach jedoch bis zur Osternacht. Deshalb hat sich die Tradition ergeben, dass die örtlichen Kinder mit Ratschen das Glockenspiel ersetzen.

 


 

Karfreitag

 Der Tag nach dem Gründonnerstag ist der Karfreitag. An diesem Tag wird an den Tod Jesus’ am Kreuz gedacht. Der Überlieferung zu Folge starb Jesus freiwillig am Kreuz um die Schuld und Sünde aller Menschen freiwillig auf sich zu nehmen. Dieser Tag ist ein strenger Fastentag, das heisst, dass man für gewöhnlich kein Fleisch isst. Die Kirche wird für die Messe am Karfreitag besonders gestaltet. Der Altar wird geleert, Kreuze werden verhüllt und das ewige Licht brennt nicht.

 


 

Karsamstag

 Beendet wird die Karwoche mit dem Karsamstag. Weitere Bezeichnungen für diesen Tag sind Karsonnabend und stiller Samstag. Die Kirche gedenkt an diesem Tag der Grabesruhe von Jesus. Traditionell wird auch am Karsamstag gefastet. Auch an diesem Tag wird der Altar leer gehalten, so dass man nur den reinen Stein sehen kann. Für alle Gläubigen ist an diesem Tag ein Kreuz in der Kirche aufgebaut.

 


 

Ostersonntag

 Der Ostersonntag ist der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Es ist der Festtag der Auferstehung Jesu Christi, welcher den Tod überwunden hat. Das Datum dieses Tages richtet sich nach dem Mondkalender. Es ist immer der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond und bestimmt demzufolge auch die Daten aller anderen Feiertag im Osterfestkreis, wie zum Beispiel Aschermittwoch oder Palmsonntag. Der Ostersonntag markiert das Ende der Fastenzeit. In der Kirche wird an diesem Tag die Osternacht gefeiert. Diese findet entweder in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend statt. Auf den Ostersonntag folgt in mehreren Ländern ein weiterer Feiertag, nämlich der Ostermontag.

 


 

Christi Himmelfahrt

An diesem Feiertag wird der Aufstieg von Jesus in den Himmel gefeiert. Es ist praktisch die Rückkehr zu seinem Vater in den Himmel. Nach seinem Tod am Kreuze überwindet Jesus an diesem Tag den Tod und fährt zum Himmel hinauf . Gefeiert wird Christi Himmelfahrt immer 39 Tage nach Ostersonntag. Dem zu Folge fällt dieser Feiertag immer auf einen Donnerstag. Häufig werden an diesem Tag Bitt- und Flurprozessionen durchgeführt.


 Pfingsten

 Am 50. Tag des Osterfestkreises, also 49 Tage nach Ostersonntag wird Pfingsten gefeiert. Es wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Dieser ist nämlich nach dem Neuen Testament auf die Apostel und Jünger herab gekommen, so wie Jesus es prophezeiht hatte. Mit dem „Pfingstwunder“ bezeichnet man die Legende, dass die Jünger Jesu andere Sprachen sprechen und verstehen konnten und darin liegt auch die Mission der Kirche begründet. Pfingsten ist der feierliche Abschluss der Osterzeit. In einigen Ländern, unter anderem Deutschland, ist der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag.

 


 

Fronleichnam

 Das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, kurz Fronleichnam, wird in der katholischen Kirche gefeiert. Genau gesagt wird die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert. Das Datum von Fronleichnam ist abhängig vom Osterfestkreis. Es fällt immer auf den Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag oder anders gesagt auf den 60. Tag nach Ostersonntag. Der Gottesdienst an diesem Tag wird häufig im Freien abgehalten. Beispielsweise auf öffentlichen Plätzen. Zudem findet nach der Heiligen Messe eine Prozession statt.

 


 

Reformationsfest

 Der Reformationstag wird in der evangelischen Kirche immer am 31. Oktober gefeiert. An diesem Tag wird an die Reformation der Kirche durch Martin Luther in Wittenberg gedacht. Im Jahr 1517 soll der Mönch Martin Luther 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg angebracht haben. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Reformationstag nicht in allen Bundesländern, sondern nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ein Gottesdienst findet in den Bundesländern in denen der Reformationstag kein gesetzlicher Feiertag ist meist am Abend statt.

 


 

Allerheiligen

 Allerheiligen wird in jedem Jahr am 1. November begangen und gilt als Hochfest der katholischen Kirche. Dieser Tag wird zu Ehren aller Heiligen gefeiert und es wird Ihnen angedacht. Als heilig gelten demnach alle die heilig gesprochen wurden, sowie der „Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott“. Dieser Feiertag, welcher einen Tag nach dem Reformationstag stattfindet, ist auch nur in den katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Nämlich in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Aus den USA kommt zunehmend der Trend am Abend vor Allerheiligen Halloween zu feiern. Das Wort Halloween leitet sich ab von All Hallows Eve („aller Heiligen Abend“).

 


Allerseelen

 Der Tag nach Allerheiligen wird in der katholischen Kirche Allerseelen genannt. Dabei wird an alle Verstorbenen gedacht. Am 2. November ist es üblich, Friedhofsgänge durchzuführen und die Gräbersegnung abzuhalten. Seinen Ursprung hat dieser Tag im Dekret von Abt Odilo von Cluny im Jahr 998. Die Gräber der Verstorbenen werden an diesem Tag mit Blumen und Kerzen dekoriert. Die Blumen stehen dabei für die Vergänglichkeit des Lebens und die Kerzen symbolisieren das Licht des Lebens.

 


 

 Buß- und Bettag

 Der Buß- und Bettag ist ein weiterer Feiertag, der in der evangelischen Kirche begangen wird. In der Geschichte wurden solche Tage nach aktuellem Anlass angesetzt um die Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufzurufen. Der Buß- und Bettag findet immer an einem Mittwoch statt, nämlich am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag beziehungsweise elf Tage vor dem ersten Adventssonntag. Er ist ein deutschlandweiter gesetzlicher Feiertag, der auch nach der Wiedervereinigung von den neuen Bundesländern übernommen wurde.

 


 

Totensonntag

 Der Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag ist ein Gedenktag für Verstorbene. Er wird in der evangelischen Kirche gefeiert und zwar immer am letzten Sonntag vor dem ersten Advent. Seinen Ursprung hat dieser Feiertag Anfang des 19. Jahrhunderts, als er von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen erlassen wurde. Für diesen Tag gelten besondere Bestimmungen, da er als „stiller Tag“ gilt. Das beinhaltet zum Beispiel ein Verbot von Musikaufführungen in Gaststätten.


 

Advent

 Der Advent ist die Jahreszeit, in der sich die Christen auf die Geburt von Jesus einstimmen. Die Adventszeit beginnt mit dem 1. Advent und endet am Heiligen Abend. Rund um diese Zeit haben sich viele Bräuche und Traditionen entwickelt. Zum einen das Aufstellen eines Adventskranzes. Dies ist ein aus Tannenzweigen geflochtener Kranz mit vier Kerzen. Diese werden nach und nach an den vier Adventssonntagen entflammt. Ein weiterer Brauch, welcher nicht direkt an die Adventssonntage angelehnt ist, ist der Adventskalender. Dabei wird an jedem Tag im Dezember, bis zum 24., ein Türchen geöffnet in welchem sich ein kleines Geschenk befindet.

 


 

 Weihnachten

 Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Festtag ist der 25. Dezember, die Feierlichkeiten beginnen jedoch schon am Vorabend, am 24. Dezember dem Heiligen Abend. Weihnachten ist zusammen mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste der Kirche. Traditionell wird Weihnachten als Familienfest gefeiert, an dem man sich gegenseitig beschenkt, zusammen Weihnachtslieder singt und anschließend gemeinsam in die heilig Messe geht. Vielerorts wird die Weihnachtsgeschichte in einem Krippenspiel dargestellt. Ein weiterer Brauch ist das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes, der festlich geschmückt wird und unter dem die Geschenke gestellt werden.

 

Die Besonderheiten der evangelischen Taufe

11. April, 2014TaufeKein Kommentar

In der evangelisch-reformierten Kirche begegnet man zwei wichtigen Sakramenten welche aus Abendmahl und Taufe bestehen.

Die Taufe selbst wird als Ritus verstanden mit welchem der Täufling von der Erbsünde reingewaschen wird. Üblicherweise findet die evangelische Taufe während eines Taufgottesdienstes statt. Zur feierlichen Eröffnung wird zunächst ein passendes Tauflied gesungen, welches einen Bezug auf dieses besondere Ereignis herstellt. Daraufhin begrüßt der Geistliche die Kirchengemeinde und teilt dieser mit aus welchem Grund man sich versammelt habe. In der darauf folgenden Lesung können Bibelstellen oder Wünsche vorgetragen werden. Nun spricht der Pastor einige Worte.
Hier bietet es sich an, den jeweiligen Taufspruch den die Eltern bzw. Paten vorher ausgesucht haben zu bekräftigen. Dieser kann entweder aus einem Psalm oder Worten Jesu bestehen.

Im nun folgenden Teil geht es schließlich um die Spende des Sakraments. Die eigentliche Taufe selbst.
Es wird zunächst mit der Verlesung des Taufbefehls begonnen. Danach folgt eine Taufansprache in der sich Eltern und Paten an die Kirchengemeinde richten können welche wiederum in das Glaubensbekenntnis übergeht. Danach werden Eltern und Paten gefragt ob sie das Kind taufen lassen wollen. Nachdem diese Frage mit „Ja“ beantwortet wurde, erkundigt sich der Geistliche nach dem Namen des Täuflings.

Ist dies geschehen wird die eigentliche evangelische Taufe vollzogen. Dabei wird der Kopf des Kindes 3 mal sanft mit Wasser übergossen. Hierbei nennt der Pastor den Namen des Täuflings und spricht die Worte “ Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des heiligen Geistes“.
Die nun zu entzündende Taufkerze wird an der Osterkerze entfacht welche das Licht Gottes symbolisiert.

Es folgen Fürbitten in welcher Verwandte und Freunde sich zum Ausdruck bringen können. Mit dem Segenswunsch des Pastors endet schließlich der Gottesdienst. Die evangelische Taufe unterscheidet sich dennoch zum Teil von der katholischen. Hier wird z.b. mehr Wert auf Symbole wie das Kreuzzeichen auf die Stirn des Täuflings gelegt. Dies ist in der katholischen Kirche Pflicht, wohingegen es in der evangelischen eher Kann-Charakter hat. Weiterhin wird die evangelische Taufe ohne „Gegrüßet seist du Maria“ und Exorzismusgebet vollzogen. Als weitere Besonderheit wird das Fehlen der Salbung mit Chrisam und Katechumenenöl zum Schutz gegen das Böse bezeichnet.
Unabhängig davon ist die Taufe in der evangelischen Kirche im Großen und Ganzen freier gestaltet als die katholische.Es bleibt also nach wie vor den Eltern überlassen ob sie ihr Kind lieber katholisch taufen lassen wollen oder ob sie die evangelische Taufe vorziehen.

Die Konfirmation – Mehr als nur erwachsen werden

8. April, 2014KonfirmationKein Kommentar

Wahrscheinlich stellt sich jeder Mensch irgendwann im Leben einmal die Frage, ob er den Weg des Christentums beschreiten möchte oder nicht. Oft wird dieser Weg in der Jugend durch Erziehung vorbestimmt. Die Taufe findet meistens ohne direkte Einflussnahme des Kindes statt. Später dann, in den Jahren vor der Konfirmation fällt die Entscheidung, ob sich der Glaube festigt. Als Konfirmand hat ein junger Mensch dann das erste mal aktiv Einfluss auf die Gestaltung des weiteren Lebensweges. Spätestens dann sind einige Dinge über die Bedeutung der Konfirmation interessant.

Etwa 250.000 Konfirmanden bestätigen jedes Jahr in Deutschland mit dem Fest der Konfirmation ihren Glauben. Sie sagen damit „Ja“ zu Gott und zum christlichen Glauben. Wie im lateinischen Wort für „confirmare“, bestärkt und festigt der Konfirmand seinen Bezug zur evangelischen, christlichen Kirche. Mit der Durchführung der Konfirmation erlangt der Konfirmand die Erlaubnis zur Teilnahme am Abendmahl und darf an allen Entscheidungen seiner Kirchgemeinde teilhaben. nach dem Ritus ist jeder Konfirmand festes Bestandteil seiner Kirchgemeinde. Die Termine für die Konfirmation liegen traditionell um das Osterfest. Der Palmsonntag, also der Sonntag vor Ostern, oder der so genannte „weiße Sonntag“, der kurz nach der Auferstehung Christi begangen wird sind die geläufigsten Termine.

Im Vorfeld der Konfirmation sollten sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht grundsätzliches Wissen zu wichtigen Themen der Bibel und des Glaubens allgemein aneignen. Dazu gehören natürlich das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Ebenso erhält der Konfirmand Einblick in die Entstehungsgeschichte und biblischen Ritualen wie der Taufe und des Abendmahles. In manchen Kirchgemeinden steht zum Abschluss des Konfirmandenunterrichts eine kleine Abschlussprüfung auf dem Plan. Darauf wird allerdings heute häufig verzichtet, und die Jugendlichen stattdessen in einem Vorstellungsgottestdienst der Kirchgemeinde bekannt gemacht.

Die Konfirmation hat für die Konfirmanden noch eine weitere, wenn auch eher weltlich geprägte Bedeutung. Mit dem Eintritt in die Welt der sogenannten Erwachsenen wird an hochwertigen Geschenken seitens der Familie meist nicht gespart. Früher hatte das den Grund, dass sich mit dem Erwachsenwerden die Bedürfnisse änderten, die Jugendlichen Dinge für ihr weiteres Leben benötigten. Auch wenn die heutigen Konfirmanden mit der Bestätigung ihres Glaubens vor Gott noch nicht wirklich erwachsen sind, hat sich dieser Ritus erhalten.

Nicht nur für die Konfirmanden, sondern auch für die Kirche hat die Konfirmation ebenfalls eine große Bedeutung. Sie soll den Jugendlichen eine Orientierungshilfe auch dem weiteren Weg des Glaubens bieten. Die Kirche hat die Aufgabe, in allen kleralen Fragen zur Seite zu stehen sowie ihren Beitrag dafür leisten, dass die Jugendlichen auch nach dem Fest weiterhin einen integralen Bestandteil der Kirchgemeinde bilden.